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Grobe Unwahrheiten des französischen Gazetiers zu Cölln 

 

Journalistische Verwirrungen im Siebenjährigen Krieg

 

In einer Petition vom 14. Oktober des Jahres 1756 wendete sich die Regierung des preußischen Herzogtums Cleve am Niederrhein an ihren allergnädigsten König und Herrn.

 

Zwei Wochen zuvor, am 1. Oktober, war es im böhmischen Lobositz zu einer Schlacht zwischen der preußischen Armee unter Friedrich II. und den kaiserlichen Truppen unter Feldmarschall Browne gekommen. Obschon zahlenmäßig unterlegen, gelang der preußischen Infanterie die Erstürmung von Lobositz. Die Kaiserlichen zogen sich daraufhin zurück und die Preußen hatten die Schlacht gewonnen.

 

Die Journalisten berichteten sehr unterschiedlich über den Ausgang der Schlacht, was die Clever Regierung zu ihrer Petition veranlasste. Während die Gazette de Berlin am 5. Oktober den Sieg der Preußen verkündete, legte sich die Gazette de Leipzig nicht auf einen Sieger fest. Die Gazette de Cologne wiederum sprach vom Sieg der kaiserlichen Truppen, der unter hohen preußischen Verlusten errungen worden sei. Außerdem hätten die Preußen bei ihrem Rückzug große Gräueltaten vollbracht und die am Weg liegenden Dörfer angezündet.

 

Die Clever Regierung empörte sich in ihrem Schreiben an Friedrich II. über die groben Unwahrheiten die der „französische Gazetier zu Cölln“ am 12. Oktober berichtet hatte. Die hiesigen Untertanen würden dadurch „in Furcht und Schrecken gesetzt“. Schlussendlich forderten sie von Friedrich II., die Gazette de Cologne in all seinen Landen zu verbieten und diese Order auch allen Postämtern bekannt zu machen.

Frank Drauschke und Anne Lümers

 

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