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 Dominique Strauss-Kahn (Toulouse, April 2007)
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Internationale Affären
Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Dominique Strauss-Kahn geriet jüngst in die Schlagzeilen der internationalen Presse wegen amouröser Verwicklungen mit seiner Mitarbeiterin. Wie einst während der Lewinsky-Affäre wird die Liebschaft nun öffentlich rekonstruiert und Strauss-Kahns politische Integrität in Frage gestellt.
Die weltweite Finanzkrise sollte den Internationalen Währungsfond und seinen Direktor momentan ausreichend beschäftigen. Doch eine außereheliche Affäre Strauss-Kahns mit seiner ehemaligen Mitarbeiterin Piroska Nagy, hat nun dazu geführt, dass der IWF Ermittlungen wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs eingeleitet hat. Strauss-Kahn hatte reumütig die Affäre zugegeben und sich nicht nur bei seiner Frau und seiner Geliebten, sondern ebenfalls bei den Beschäftigten des IWF entschuldigt. Auch Bill Clinton bat nach der Aufdeckung seiner Affäre mit seiner Praktikantin außer seine Familie die amerikanische Öffentlichkeit um Entschuldigung, weil er seine Privatsphäre lieber hatte privat halten wollen. Ein Skandal, ähnlich der Lewinsky-Affäre, die mit der Beschuldigung wegen eines Seitensprungs begann und mit einem Amtsenthebungsverfahren wegen Meineids endete, ist dies sicher nicht. Und dennoch: Inmitten der Finanzkrise, ist das Privatleben Dominique Strauss-Kahns eine Meldung wert. Der ehemalige US-Präsident und der IWF-Chef haben beide die für einen bestimmten politischen Kontext verbindlichen Verhaltensnormen missachtet, das wird durch die Skandale deutlich, die aus den Moral-Regelbrüchen resultierten. Die Verletzung der Privatsphäre wurde nachträglich von der Öffentlichkeit in beiden Fällen gerechtfertigt, indem statt der puritanischen Anklage wegen Ehebruchs bei Clinton die Ahndung seines Meineides in den Vordergrund trat und bei Strauss-Kahn der mögliche Amtsmissbrauch mit der Gefahr der finanziellen Begünstigung der Geliebten.Strauss-Kahn darf vorerst im Amt bleiben, größtenteils aber wohl deswegen, weil Europa seinen einzigen einflussreichen UN-Posten nicht verlieren will.
Amrei Beck
Le 20-11-2008