

1. Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Deutschland ?
Ich bin in großer Nähe zur deutschen Kultur aufgewachsen. Ich hatte Deutsch sogar als erste Fremdsprache. Leider hatte ich nicht so oft die Gelegenheit nach Deutschland reisen, wie ich es gerne getan hätte. Sicherlich kann ich nach dem Wahlkampf längere Zeit bei meinen Grünen deutschen Freunde verbringen.
2. Welche Vorstellung haben sie von der zukünftigen deutsch-französischen Beziehung ?
Die deutsch-französische Beziehung ist extrem wichtig und muss erhalten belieben. Dass Länder, die sich in der Geschichte zu oft bekämpft haben, sich derart vertragen können und dem Frieden so ermöglichen sich dauerhaft auf dem europäischen Kontinent nieder zu lassen, ist ein Beispiel für alle Konflikte, deren Ausgang heute noch nicht in Sicht ist. Als ich in Griechenland war, um das griechische Volk gegen die Sparpolitik, die ihnen aufgedrückt wird, zu unterstützen, habe ich ebenfalls das anti-deutsche Abdriften der Demonstrationen verurteilt. Auch wenn die Wut der Griechen durchaus verständlich ist, ist es von meine Standpunkt aus Besorgnis erregend, deutsche Flaggen während der Demonstrationen verbrennen zu sehen.
Auch wenn das deutsch-französische Paar durchaus Motor in der europäischen Integration sein kann, verweigere ich das Abdriften in einen solchen Vorstand, den in den letzten Monaten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy erschaffen hatten. Die Art und Weise, wie sie Entscheidungen, die sie zu zweit getroffen haben, auferlegen, wie zum Beispiel den Haushaltstabilitätspakt, ist eine auf lange Sicht zerstörerische Methode gegenüber unseren europäischen Partnern. Er bewirkt ihr Misstrauen und destabilisiert das Funktionieren der europäischen Institutionen. Das deutsch-französische Paar muss eine Vorschlags- und Innovationskraft auf europäischem Level sein und nicht jedoch auferlegen und zwingen, vor allem vor ihrem gemeinsamen geschichtlichen Hintergrund.
Außerdem ist die Richtung, die das Sarkozy-Merkel-Paar Europa einnehmen lässt, im Grunde sehr schlecht. Ich wünsche mir eine doppelte Abfolge, in Frankreich 2012 und in Deutschland 2013, mit neuen Koalitionen an der Macht, in welchen die Grünen einen wichtigen Platz einnehmen. Diese doppelte Abfolge sollte unter Anderem ermöglichen das deutsch-französische Paar wieder auf die richtige Bahn zu bringen.
3. Welche Vorschläge haben Sie für die im Ausland lebenden Franzosen?
Die Franzosen im Ausland sind ein Trumpf für unser Land. Mit ihrer Vielfalt in den Lebensläufen, sind sie Träger neuer Projekte und Ideen, die auf einer internationalen Vision und Erfahrung fundiert sind. Ich bin Vertreterin der Vielfalt, die die Franzosen im Ausland repräsentieren. Diese besitzen oft die doppelte Staatsbürgerschaft oder sind in einer Beziehung mit einem Bewohner ihres Gastlandes und sind beunruhigt angesichts der neuesten Attacken der rechten Parteien gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Ich selbst hätte bei meiner Hochzeit niemals die drakonischen Forderungen erfüllt, die der Kandidat der UMP für den Erwerb der französischen Staatbürgerschaft und Familienzusammenführung einführen wollte. Während manche dort eine Gefahr sehen, sehe ich eher ein Reichtum, das es aufwerten zu gilt. Als Kandidatin mit doppelter Staatsbürgerschaft und vielen Erfahrungen im Ausland fühle ich mich den Franzosen im Ausland sehr verbunden.
Die Frage betreffend Schulbildung sind ebenfalls sehr wichtig für unsere Landsmänner im Ausland. Das Versprechen Nicolas Sarkozys der Kostenlosigkeit des französischen Schulwesens wurde nicht gehalten, hat zusätzlich noch mehr Ungleichheiten entstehen lassen. Man muss die Stipendien verstärken, vor allem damit die Mittelschicht außerhalb Frankreichs auch die Möglichkeit hat, ihre Kinder in ein französisches Schulsystem einzuschreiben.
Eva Joly

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Réponses des autres candidats :
- Nathalie Arthaud (Lutte Ouvrière)
- François Bayrou (Mouvement Démocrate)
- Jacques Cheminade (Solidarité & Progrès)
- Nicolas Dupont-Aignan (Debout La République)
- François Hollande (Parti Socialiste)
- Eva Joly (Europe Ecologie-Les Verts)
- Marine Le Pen (Front National)
- Jean-Luc Mélenchon (Front de Gauche)
- Philippe Poutou (Nouveau Parti Anticapitaliste)
- Nicolas Sarkozy (Union pour un Mouvement Populaire)